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PHOENIX des Lumières Dortmund I Klimt August 2026

Wenn Kunst, Musik & Illumination den Industrie-Raum erobern.

Nach einem geschäftlichen Termin komme ich am frühen Abend mit strammen Schritten im PHOENIX des Lumières an – schließlich möchte ich zumindest noch Klimt erleben. Drinnen ist es dunkel, meine Augen brauchen einen Moment, um sich umzustellen. Mein erster Kontakt mit der Ausstellung: Ich stolpere über einen Sitzsack. Rückblickend ein guter Hinweis, erst einmal anzukommen.

Und genau das lohnt sich. Die ehemalige Industriehalle wird selbst zum Teil des Erlebnisses. Auf bis zu 13 Meter hohen Wänden und über den Boden bewegen sich die Werke von Gustav Klimt und Friedensreich Hundertwasser durch den Raum. Unterschiedliche Musik, wechselnde Perspektiven und die Einbeziehung des Bodens erzeugen immer wieder neue Eindrücke – teilweise sogar ein leichtes Gefühl von Schwindel.

Von einer kleinen Tribüne am Ende der Halle eröffnet sich noch einmal eine ganz andere Perspektive: der Blick hinunter auf die Mittelsäule und über den gesamten Raum. Gold, Farbe, Licht und Bewegung verschmelzen mit der beeindruckenden Industriekulisse. Drinnen wird die hundert Jahre alte Halle Teil der Kunst, draußen begegnet sie mir wieder als eindrucksvolles Zeugnis ihrer industriellen Vergangenheit.

Wer etwas Zeit mitbringt, sollte auch einen Blick auf die Geschichte des Ortes werfen. Sie reicht bis 1843 zurück, als hier die Produktion begann. Von der Eisen- und Stahlindustrie über den Wandel des Standorts bis zur heutigen Nutzung als digitales Kunstzentrum wird deutlich, wie stark Dortmunds Industriegeschichte diesen Ort geprägt hat.

Und wer selbst kreativ werden möchte, findet auf der gegenüberliegenden Seite der Halle einen abgetrennten Selfie-Bereich. Das besondere Licht lädt dazu ein, mit Perspektiven und Farben zu spielen. Mein Tipp: den Selbstauslöser nutzen und einfach einmal ausprobieren, was entsteht.

Wer mehrere Erlebnisse verbinden möchte, kann aktuell auch das Kombi-Ticket für „Wunderwelt Ozean“ und „Gustav Klimt – Gold und Farbe“ nutzen. Ich habe die Ozean-Inszenierung diesmal zeitlich leider nicht mehr geschafft – ein guter Grund, noch einmal wiederzukommen.

Klimt ist noch bis zum 28. August 2026 zu sehen, die „Wunderwelt Ozean“ noch im September. Parallel wartet im September mit Monet bereits die nächste immersive Reise.

Mein Fazit: Das PHOENIX des Lumières ist weit mehr als eine digitale Kunstausstellung. Gerade die Verbindung aus monumentaler Industriekulisse, Licht, Musik und Bewegung macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis. Wer sich darauf einlässt, sollte vor allem eines mitbringen: Zeit – und vielleicht am Anfang etwas langsamere Schritte.

Redakteur: Dr. Simone Becker

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